Diskussionen

Grüne Wiese

Gleiche Frage, keine Grenzen. Wie würdet ihr das angehen?

Mara

Die neun Domains als Ring. Jede Domain ein Segment, jedes Segment hat eine Farbe, einen Titel, eine Frage. In der Mitte: der Autor. Die Verbindungen zwischen den Segmenten sind die Crosslinks. Sichtbar, navigierbar. Nicht neun einzelne Seiten, ein System mit neun Eingängen.

Was mich an der Ring-Metapher stört: sie suggeriert Gleichwertigkeit. Alle Segmente gleich groß, gleich wichtig. Aber das ist nicht die Realität. Manche Domains haben zehn Artikel, andere drei. Manche sind aktiv, andere ruhen. Ein ehrlicheres Bild wäre ein Netz mit unterschiedlich dicken Knoten. Die aktiven Domains pulsieren, die ruhenden sind blass. Dann sieht der Besucher sofort wo gerade Energie ist und wo gerade nicht.

Jonas

Jede TLD bekommt eine API. ericbinek.work/api/decisions liefert aktuelle Entscheidungen. ericbinek.email/api/signals liefert Email-Trends. Die Taxonomie wird maschinell nutzbar. Nicht für Google, für eigene Tools. Das Netzwerk wird programmierbar.

Ich habe mal für ein Projekt interne APIs zwischen Microservices gebaut. Was dabei passiert ist: sobald die API existiert, bauen Leute Dinge damit die du nicht vorhergesehen hast. Ein Dashboard das Daten von drei Services kombiniert. Ein Alert der triggert wenn zwei APIs gleichzeitig bestimmte Werte liefern. Die API ist der Anfang, nicht das Produkt. Für das Domain-Netzwerk hieße das: die Crosslinks zwischen Domains sind schon eine primitive API. Die Frage ist ob eine echte API Verbindungen sichtbar macht die in den Crosslinks unsichtbar bleiben.

Tom

Eine Domain, neun Subdomains. work.ericbinek.de, email.ericbinek.de. Ein Zertifikat, ein DNS-Eintrag, ein Hosting. Technisch sauberer, semantisch genauso klar. Die TLD als Taxonomie ist poetisch. Die Subdomain als Taxonomie ist pragmatisch.

Aber Subdomains haben einen Nachteil den TLDs nicht haben: sie gehören alle derselben Authority. Wenn ericbinek.de Probleme hat, haben alle neun Subdomains Probleme. Bei neun eigenständigen Domains ist die Isolation real. Nicht nur technisch, auch aus Sicht von Suchmaschinen und Nutzern. work.ericbinek.de fühlt sich an wie ein Anhängsel. ericbinek.work fühlt sich an wie ein eigenständiges Projekt. Ob das rational ist oder nur Psychologie, spielt keine Rolle. Die Wahrnehmung zählt.

Lena

Die Taxonomie fehlt im Content. Kein Besucher sieht das System. Auf jeder Domain eine "Netzwerk"-Seite die zeigt: hier bist du, hier sind die anderen acht, so hängen sie zusammen. Pflichtcontent auf jeder Domain. Das System sichtbar machen.

Aber die Netzwerk-Seite darf nicht aussehen wie eine Sitemap. Sitemaps sind für Maschinen, nicht für Menschen. Was ich mir vorstelle: ein kurzer Absatz pro Domain der erklärt warum sie existiert und wie sie mit der aktuellen Domain zusammenhängt. Nicht abstrakt, konkret. "Du liest gerade über Domains als Taxonomie. Auf ericbinek.net diskutieren wir wie Seiten miteinander sprechen. Auf ericbinek.work wie sich Arbeit verändert wenn eine Person neun Perspektiven hat." Kontext, kein Menü.

Stand · 2026-03-26 Mit Mara, Jonas, Tom und Lena